Lebenserinnerungen ordnen (2)

Lebenserinnerungen ordnen: Nun liegt die Abschrift Ihres Rohmaterials vor Ihnen, so wie Sie es gesprochen, aufgenommen und abgetippt haben.
Jetzt braucht’s Struktur…

Hier nochmal die Übersicht der einzelnen Arbeitsschritte:

  1. Die Abschrift des gesammelten Rohmaterials
  2. Einteilung in Sinnabschnitte
  3. Verschlagwortung der Sinnabschnitte
  4. Ordnen der Themen / Erstellen des Roten Fadens
  5. Verfassen des Textes anhand  Ihres Roten Fadens

1. Einteilung in Sinnabschnitte

Höchstwahrscheinlich sind Sie beim Erinnern und Erzählen Ihrer Lebensgeschichte(n) des Öfteren von Höckchen auf Stöckchen (mancherorts auch von Hölzchen auf Stöckchen) gekommen. Das ist gut so, denn es ist ein sicheres Zeichen dafür, dass Ihre Erinnerung gut funktioniert hat und Ihnen unterwegs so manches geliefert hat, das Ihnen auf Anhieb so vielleicht gar nicht mehr eingefallen wäre. Wie aber bringen Sie nun Ordnung in dieses Konglomerat aus Erinnerungs-Häppchen? Wie die Lebenserinnerungen ordnen?

Die Vorgehensweise ist schnell erklärt: Nehmen Sie sich einen Stift oder Textmarker zur Hand, lesen Sie ihren Text langam durch und markieren Sie die einzelnen Sinnabschnitte (z.B. durch einen Strich neben dem Text). Mit ‚Sinnabschnitten‘ meine ich zusammenhängende Textabschnitte, die einen Sachverhalt/ein Thema behandeln. Die Stellen, an denen das eine Thema aufhört und das nächste beginnt, werden Sie in aller Regel leicht ausfindig machen können. Manchmal sind diese Abschnitte länger, manchmal kürzer. Mitunter werden Sie auf Abschnitte stoßen, die nur einen Satz lang sind, manchmal nicht mal das. Es kann durchaus sein, das ein Themenwechsel auch mal mitten im Satz stattfindet. Machen Sie sich darüber keine Sorgen, markieren Sie einfach konsequent Ihre Sinnabschnitte. Arbeiten Sie sich auf diese Weise stur Abschnitt für Abschnitt durch Ihre Textsammlung.

2. Verschlagwortung der Sinnabschnitte

Wenn Sie mit der oben beschriebenen Einteilung am Ende Ihres Textes angekommen sind, gehen Sie wieder zum Anfang zurück. Jetzt müssen Sie die eben gefundenen und markierten Sinnabschnitte quasi einsammeln. Am besten nehmen Sie sich hierzu kleine Karteikarten zur Hand. Notieren Sie auf jedes neue Thema, das Sie finden, auf jeweils einer Karte. Hierzu ist es sinnvoll, wenn Sie sich stichwortartige Überschriften bzw. Schlagwort für die einzelenen Themen überlegen. Um dies etwas anschaulicher zu machen, ein paar Beispiele zu möglichen Schlagworten: Grundschulzeit / Verhältnis zum Vater / erstes Haustier / Abschied von der Heimat etc.

Manchmal kann es sinnvoll sein, Unter-Schlagworte zu vergeben. Bei Grundschule kann das z.B. ein bestimmtes Ereignis sein oder eine bestimmte Person (vielleicht ein Lehrer), die besonders wichtig waren und die in Ihrer Lebensgeschichte einen eigenen kleinen Abschnitt verdienen.

Stoßen Sie bei der Durchsicht Ihres Textes auf Themen, für die Sie bereits ein Kärtchen angelegt haben, können Sie dieses nun überspringen und mit dem nächsten weitermachen. Am Ende haben Sie einen Stapel Karteikarten vor sich, auf denen sich stichwortartig alle Themen finden, die Sie in Ihrem Rohtext behandeln. Optional können Sie auch einen Zwischenschritt einbauen, indem Sie die Themen nicht sofort auf Karteikarten notieren, sondern diese zunächst einfach untereinander auf einem Blatt sammeln (falls Sie z.B. gerade keine Karteikarten zur Hand haben oder Ihnen dies so übersichtlicher erscheint). Im Anschluss sollten Sie die Kärtchen aber dennoch anfertigen, denn sie sind wichtig für den nächsten Arbeitsschritt.

[Fortsetzung folgt]

Nächster Beitrag: Den roten Faden legen (1)

 

 

Getagged mit: , , ,
Veröffentlicht unter Biografie-Praxis konkret, Tipps, Tricks & hilfreiche Kniffe, Uncategorized
Biografie-Blog
Hier finden Sie Neuigkeiten zum Angebot der Biografiewerkstatt und zu verwandten Themen.

Einen Schwerpunkt werden Tipps & Tricks rund um die Arbeit an der eigenen Lebensgeschichte oder Audio-Biografie bilden. Diese Beiträge sollen sobald sie vollständig vorliegen, eine Anleitung ergeben, die Sie von Anfang bis Ende durch die Arbeit an Ihrer Lebensgeschichte begleitet.

Ich wünsche Ihnen erfolgreiche Arbeit und vor allem viel Spaß!
Hinweis:
Die aktuellsten Beiträge stehen jeweils oben. Wenn Sie der Anleitung chronologisch folgen wollen, sollten Sie sich also am besten von unten nach oben durcharbeiten...