Weshalb es die Biografiewerkstatt gibt…

Heute möchte ich kurz erzählen, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, mich beruflich mit dem Schreiben von Biografien zu beschäftigen.

Schuld ist im Grunde Otto Karl Friedrich Stappenbeck, mein Großvater väterlicherseits. Geboren im Februar 1906 hat er eine Zeit erlebt, die so voller Umbrüche, monumentaler Katastrophen und Neuanfänge war, wie kaum eine andere in der jüngeren deutschen Vergangenheit. Im Zusammenspiel mit seiner sympathischen, aber wohl etwas eigensinnigen Wesensart und einer ausgesprochen humorvollen Lebenseinstellung hatte dies eine Reihe teils kurioser Erlebnisse zur Folge, die in Form anekdotischer Erzählungen im Familienkreis noch heute für Erheiterung sorgen. Diesen Erzählungen habe ich schon als kleiner Knirps immer gerne gelauscht, wenn ich in der guten Stube auf dem Wohnzimmerteppich lag und meine Spielzeugautos herumschob. Die Faszination, die diese Geschichten damals auf mich ausübten, hat bis heute nicht nachgelassen.

Irgendwann – mein Opa war schon lange tot – wurde ich mir darüber bewusst, dass es immer wieder dieselben vier bis fünf Geschichten waren, die man sich wieder und wieder erzählte. Abseits dieser Episoden jedoch war nur wenig überliefert. Und fragen konnte ich ihn nun auch nicht mehr. Das machte mich traurig.

Wie viele Lebensgeschichten „sterben“ mit dem Tod des Menschen, der sie gelebt hat? Welch unglaubliche Menge an Erlebtem, wie viel Wissen, wie viele Erinnerungen und Einsichten gehen auf diese Weise tagtäglich unwiederbringbar verloren? Wie viel eigene Geschichte?

Einige Jahre später besuchte ich als Student ein Seminar der renommierten Historikerin Ulrike Jureit. Über sie kam ich zum ersten Mal mit den Methoden der Oral History in Berührung, die auf der Befragung (bzw. eigentlich dem Erzählenlassen) von Zeitzeugen basiert. Ich merkte schnell, dass mir der dahinter stehende Ansatz sehr zusagte. Zudem erkannte ich, dass mir die Arbeitsweise, die zunächst vor allem darauf beruht, Menschen aktiv zuzuhören, sehr gut entsprach.

Es brauchte noch eine Weile, bis ich diese Eindrücke schließlich professionell miteinander verband. Doch als in Folge einer unglücklich verlaufenen beruflichen Erfahrung eine Neuorientierung anstand, entschloss ich mich schließlich, die Biografiewerkstatt ins Leben zu rufen. Hier nutze ich seither die Methoden der Oral History, die ich meinen eigenen Erfordernissen angepasst habe, um damit die Lebenserinnerungen von Menschen festzuhalten. Auf diese Weise entstehen Bücher, Hörbücher und bald vielleicht auch Filme, die als Familienschätze von Generation zu Generation weitergegeben werden können.

So viel für heute. In meinen nächsten Beiträgen will ich in loser Reihenfolge einige der noch erhaltenen Anekdoten über meinen Opa Otto erzählen.

Darauf freue ich mich jetzt schon…

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Biografie-Blog
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Einen Schwerpunkt werden Tipps & Tricks rund um die Arbeit an der eigenen Lebensgeschichte oder Audio-Biografie bilden. Diese Beiträge sollen sobald sie vollständig vorliegen, eine Anleitung ergeben, die Sie von Anfang bis Ende durch die Arbeit an Ihrer Lebensgeschichte begleitet.

Ich wünsche Ihnen erfolgreiche Arbeit und vor allem viel Spaß!
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